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Hals

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Zu den häufigsten Erkrankungen des Rachen- Halsbereiches gehören die akuten Entzündungen: Halsschmerzen können durch eine Pharyngitis (Entzündung des Rachens), eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder eine Tonsillitis (Mandelentzündung) hervorgerufen werden. All diese Entzündungen haben gemeinsam, dass sie von pathogenen Keimen ausgelöst wurden. Diese pathogenen Keime sind meistens Viren, aber auch Bakterien und Pilze. Die Symptome sind stechende, brennende, kratzende Halsschmerzen und Probleme beim Schlucken und teilweise auch beim Sprechen. Bei einer akuten Entzündung im Hals treten neben Halsschmerzen oft auch Fieber, evtl. Schüttelfrost, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit auf.

Das sind aber nicht die einzigen Probleme, die die Patienten in die HNO-Praxis führen sollten. Kopf und Hals sind Bereiche, bei denen der Spezialist mit den unterschiedlichsten Erkrankungen konfrontiert ist. Neben den akuten entzündlichen Erkrankungen, finden sich Allergieproblematiken, anatomische Besonderheiten, die Sekundärbeschwerden verursachen können, sowie Funktionsstörungen verschiedenster Ursachen. Nicht zuletzt begegnen dem Arzt in diesem Bereich auch Krebserkrankungen.

Außer bei ganz leichten Halsschmerzen sollte man bei allen Erkrankungen des Halses einen Arzt aufsuchen. Eine richtige und rechtzeitige Diagnose ist wichtig, denn Halsschmerzen sind ein frühes Symptom verschiedener ernster Erkrankungen, die auch teilweise Komplikationen mit sich bringen können, wenn sie nicht frühzeitig und sachgemäß behandelt werden. So unterschiedlich wie die Ursachen der Pathologien sind, so unterschiedlich sind die diagnostischen Mittel, und so unterschiedlich müssen auch die Therapieansätze sein.

Mandelentzündung (Tonsillitis)

Die Gaumenmandeln (Tonsillen) liegen am Übergang von der Mundhöhle zum Schlund zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen in der sogenannten Tonsillenloge. Sie bestehen aus lymphatischem Gewebe, welches sich im ganzen Körper verteilt findet und zum Immunsystem gehört. Die Gaumenmandel im speziellen sind für die Ausbildung des Immunsystems in den ersten Lebensjahren verantwortlich . Vom ersten bis dritten Lebensjahr werden sie immer größer. Mit Beginn der Pubertät bilden sie sich allmählich wieder zurück. Danach haben die Tonsillen wahrscheinlich keine entscheidende Funktion mehr und werden daher beim Erwachsenen meist klein und verkümmern. Große Mandeln im Erwachsenenalter können ein Hinweis auf eine chronisch schwelende Entzündung der Mandeln sein. Die Entfernung der Mandeln im Erwachsenenalter zeigt keine nachweisbaren Folgeschäden und ist daher bei einer chronischen Entzündung zu empfehlen. Bei Kindern unter 6 Jahren muß die Indikation zur Mandelentfernung sehr streng gestellt werden, hier besteht bei nicht entzündlich veränderten, aber zu großen Mandeln mit starkem Schnarchen die Option der „Mandelteilentfernung“ (Tonsillotomie) per Radiofrequenzchirurgie.

Eine akute Entzündung der Gaumenmandeln nennen die Mediziner Angina tonsillaris oder kurz "Tonsillitis“. Häufig hört man dafür auch den Begriff "Angina".

Bei der Mandelentzündung (Tonsillitis) unterscheidet man folgende Arten:

  • Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta, Angina tonsillaris) ist meist eine bakteriell verursachte, plötzlich einsetzende Entzündung der Gaumenmandeln.
  • Die chronische Mandelentzündung (Tonsillitis chronica) ist charakterisiert durch Beschwerden, die länger als drei Monate dauern. Oft ist diese Form jedoch symptomarm.

Das Wichtigste bei der Diagnose der akuten Mandelentzündung ist der Lokalbefund, nicht jeder Halsschmerz beruht auch auf einer Mandelentzündung. Häufigste Ursache für Halsschmerzen sind virale Infekte bzw. Erkältungen, wobei hier die Mandeln nur eines von vielen befallenen Organen sind, denn die Viren befallen den ganzen Körper. Bakterielle Mandelentzündungen sind auf die Mandeln selbst und den Hals beschränkt und zeigen daher meist auch sehr lokale Symptome und Beschwerden, insbesondere der reine Schluckschmerz deutet auf eine bakterielle Mandelentzündung hin. Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen zusätzlich zu den Halsschmerzen deuten häufig eher auf einen viralen Infekt hin. Wichtig bei viralen Infekten ist, dass hier ein Antibiotikum keinen Sinn macht, da es ausschließlich gegen Bakterien wirksam ist.

Der HNO-Arzt kann durch eine genaue Untersuchung sehr gut feststellen, ob es sich um eine bakterielle oder virale Problematik handelt, bei bakteriellen Infekten mit Eiterbildung sollte dann auch auf jeden Fall ein Antibiotikum verschrieben werden.

An dieser Stelle vielleicht ein Wort zu den derzeit sehr beliebten Streptokokken-Schnelltests. Die hier nachgewiesenen Streptokokken sind ausnahmslos empfindlich gegen das „einfachste“ Antibiotikum, nämlich Penizillin und sind daher als wenig gefährlich oder bedrohlich einzustufen. Im Zusammenhang mit den Schnelltests gilt es zu erwähnen, dass ca. jeder 5. Gesunde Dauerträger von Streptokokken ist und somit auch ein positives Testergebnis aufweist, allerdings natürlich keinerlei Behandlung bedarf. Es ist hier sehr wichtig, dass nach wie vor der Lokalbefund und die Beschwerden des Patienten ausschlaggebend für die Verordnung von Antibiotika sind und der Schnelltest nur ein kleiner Teil der Diagnostik und eigentlich überflüssig ist. Der alleinige Nachweis von Streptokokken macht keinerlei Therapie notwendig!

Scharlach: Eine bakterielle Mandelentzündung in Kombination mit einem Hautausschlag im Brustbereich und oder einer sogenannten „Himbeerzunge“ entspricht einer Scharlacherkrankung. Ohne Hautausschlag oder Himbeerzunge handelt es sich um eine normale Mandelentzündungv bzw. Streptokokkenangina und nicht um Scharlach. Wie oben erwähnt besteht die Therapie in beiden Fällen in der Gabe von Penizillin und in beiden Fällen ist die Komplikationsrate sehr gering.

Das gefürchtete „Rheumatische Fieber“ ist keine direkte Wirkung eines Streptokokkeninfektes, es handelt sich hier um eine sogenannte „Autoimmunerkrankung“, bei der sich körpereigene Antikörper, die eigentlich gegen die Streptokokken gebildet wurden, ohne erklärlichen Grund gegen körpereigenes Gewebe richten und dieses schädigen. Hier sind dann am häufigsten Herz, Niere und Gelenke betroffen. Aus diesem Grund kommt es auch immer erst 2-3 Wochen nach einer abgelaufenen und ausgeheilten Streptokokkeninfektion zu den ersten Symptomen.

Komplikationen

Es ist wichtig, dass sich aus einer akuten Mandelentzündung keine chronische Mandelentzündung entwickelt. Das Entzündungsgeschehen droht chronisch zu werden, wenn sich nach längerem Fortdauern der Erkrankung Stoffwechselprodukte der Bakterien und abgestorbene Zellen im Mandelgewebe ablagern. Dort sorgen sie dafür, dass die Entzündung weiterhin aufrecht gehalten wird. Die Folge: Das Gewebe vernarbt und zerklüftet, die Entzündungen finden immer neuen Nährboden. Dieser anhaltende Entzündungsherd kann zu erheblichen Folgeerkrankungen führen, denn das ständige Vorhandensein von Bakterien begünstigt die Entstehung von weiteren entzündlichen Erkrankungen. Diese Infektionsherde sind sie dann eine ständige Belastung für den Körper. Dann sind Herz, Nieren und Gelenke besonders gefährdet.

Eine weitere Komplikation der Mandelentzündung wäre eine Eiteransammlung im umgebenen Gewebe. In der Fachsprache nennt man dies Peritonsillarabzess. Anzeichen hierfür sind erneute, meist einseitige Schluckschmerzen, eine schmerzhafte, erschwerte Mundöffnung sowie ansteigendes Fieber und eine kloßige Sprache. Eine Gefahr besteht darin, dass die Keime in die Blutbahn eindringen und sich im ganzen Körper ausbreiten. Dies kann zu schweren Erkrankungen in anderen Organen führen. Ein Peritonsillarabszeß wird meist stationär behandelt.

Wann zum Arzt?

Bemerkt der Betroffene zunehmende Schmerzen beim Schlucken, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und ist nach zwei Tagen noch keine Besserung aufgetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Nasenrachenmandelentzündung

Nasenrachenmandel-Entzündung oder Vergrößerung (im Volksmund „Polypen“ genannt, nicht zu verwechseln mit Polypen in der Nase oder Darm beim Erwachsenen):

Die Nasenrachenmandel besteht, genau wie die Gaumenmandeln, aus lymphatischem Gewebe und ist genau wie diese wahrscheinlich für die Prägung des Immunsystems im Kindesalter wichtig. Genau wie bei den Gaumenmandeln ist daher eine Vergrößerung der Nasenrachenmandel im frühen Kindesalter normal, da das Organ aktiv ist, und an sich nicht behandlungsbedürftig. Leider hat die Vergrößerung des Organs jedoch bei manchen Kindern indirekte negative Auswirkungen: Die vergrößerte Nasenrachenmandel verhindert häufig die natürliche Belüftung des Mittelohres über die Eustachische Röhre, welche im Nasenrachen Ihre Öffnung hat. Wenn nun die Mittelohrschleimhaut keine „Luft“ bekommt, dann produziert sie meistens Schleim, das nennt man dann Paukenerguß. Dieser Pauken- oder Mittelohrerguß ist primär steril und ungefährlich, führt allerdings dazu, dass das betroffene Kind schlecht hört. Kinder die schlecht hören zeigen häufig eine Sprachentwicklungsverzögerung, denn das Hören ist Grundvoraussetzung für eine normale Sprachentwicklung.

Der häufigste Grund für eine Entfernung der Nasenrachenmandel (Adenotomie) ist daher eigentlich die Schwerhörigkeit, der jedoch eine vergrößerte Nasenrachenmadel zugrunde liegt.

Die häufigste Ursache für eine akut eitrige Mittelohrentzündung ist übrigens, dass sich so ein eigentlich steriler Mittelohrerguß mit Bakterien infiziert, dass heißt aber auch, dass die vergrößerte Nasenrachenmandel meist Ursache für häufige Mittelohrentzündungen ist.

Außerdem kann die Vergrößerung der Nasenrachenmandel noch zu Schnarchen, ständiger Mundatmung und dauerhaftem Schnupfen führen. Auch diese Symptome können bei starker Ausprägung die Entfernung der Nasenrachenmandel (Adenotomie) rechtfertigen oder notwendig machen. Häufig „gedeihen“ die Kinder nach einer Nasenrachenmandelentfernung insgesamt besser, da ein chronischer Entzündungsherd entfernt wird.

Im Erwachsenenalter, bzw. schon meist in der Pubertät, verkümmert die Nasenrachenmandel und macht daher beim Erwachsenen keine Beschwerden mehr.

Symptome einer vergrößerten Nasenachenmandel:

  • Schwerhörigkeit
  • Rezidivierende Mittelohrentzündungen
  • Dauerschnupfen
  • Mundatmung
  • Schnarchen
  • Typische nasale Stimme
  • facies adenoideae, typischer Gesichtsausdruck beim Kind (offener Mund, Zunge zwischen den Zähnen)

Speicheldrüsen

Speichel, der von den Speicheldrüsen produziert wird und in der Mundhöhle verteilt wird, dient dazu, den Mund feucht zuhalten und Nahrung aufzuweichen und anzudauen, sowie das Geschmacksempfinden zu verstärken. Insgesamt produzieren die Speicheldrüsen etwa 0,5 bis 1,5 l Speichel pro Tag. Im Speichel sind teilweise schon Stärke-spaltende Enzyme (Amylasen) gelöst. Aus diesem Grund werden die Speicheldrüsen zum Verdauungssystem hinzugezählt. Der Speichel enthält aber auch sogenannte Immunglobuline, vor allem das Immunglobulin A (IgA). Diese haben die Aufgabe, die Mundschleimhaut gegen Krankheitskeime zu schützen. Die Steuerung der Speichelsekretion erfolgt über das Vegetative Nervensystem.

Man unterscheidet große und kleine Drüsen.

Große Drüsen:

  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis),
  • Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
  • Unterzungenspeicheldrüse (Gandula sublingualis).

Die kleinen Speicheldrüsen befinden sich in großer Zahl in der Lippen-, Wangen- und Gaumenschleimhaut.

Ursachen für Entzündungen

Infektionen durch Bakterien oder Viren (z.B. Mumps) können zu schmerzhaften Entzündungen der Speicheldrüsen führen. Andererseits können Speichelsteine für die Entzündung verantwortlich sein, die den Ausführungsgang der Drüse so verlegen, dass es zu einem Speichelrückstau kommt. Da der Speichel von sich aus schon eine gewisse „Aggressivität“ hat, kann alleine dieser Speichelrückstau schon Schwellungen der Drüse mit Schmerzen verursachen. Wenn sich nun aber noch Bakterien dazugesellen und vermehren kommt es zu einer eitrigen Entzündung. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 2.200 und 5.000 Menschen an behandlungsbedürftigen Speichelsteinen. Die Erkrankung tritt gehäuft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Die Speichelsteine bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und -karbonat. Ursachen der Speichelsteinbildung sind Veränderungen der Speichelzusammensetzung, z.B. bei Hyperkalzämie, Diabetes mellitus oder Gicht. Es gibt allerdings Patienten, die eine gewisse Tendenz zur Bildung von Steinen aufweisen, deshalb leiden sie gleichzeitig auch an Gallen- oder Nierensteinen. Die Größe von Speichelsteinen kann wenige Millimeter bis zu ca. zwei Zentimetern betragen.

Symptome

  • Speicheldrüsenentzündungen treten meist plötzlich und einseitig auf (Mumps oft beidseitig).
  • Die betroffene Drüse schwillt an, wird hart und schmerzt. Erhöhte Temperatur.
  • Hautrötung und –erwärmung über der Drüse.
  • Die Schwellung und die Schmerzen nehmen bei Essen zu (vermehrte Speichelbildung).
  • Manchmal entleert sich Eiter in den Mund und verursacht einen unangenehmen Geschmack.
  • Kaubeschwerden bei der Entzündung der Ohrspeicheldrüse, wegen lokaler Nähe von Kiefergelenk und Kaumuskulatur.
  • Beschwerden beim Öffnen des Mundes.

Komplikationen

Es muss vermieden werden, dass sich ein Abszess (abgekapselte Eiterhöhle) entwickelt. Der Abszess könnte aufbrechen und sich nach außen durch die Haut oder in das benachbarte Halsgewebe entleeren. Ein Abszess birgt zudem das Risiko, dass die Bakterien in die Umgebung oder gar ins Blut geraten. Letzteres kann eine unter Umständen lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) nach sich ziehen.

Chronisch auftretende Speicheldrüsenentzündungen führen zu einer Vernarbung und Atrophie des Gewebes. Speichel wird dann kaum noch produziert und die Drüse ist dann als derber Knoten tastbar.

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