Allergie
Magid May-
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- Heuschnupfen (saisonal)
- Hausstaub (ganzjährig)
- Schimmelpilze (ganzjährig)
- Kreuzallergie
- Nahrungsmittelallergie
- Pseudoallergie
- Aspirinintoleranz
In den letzten Jahrzehnten hat das Auftreten atopischer Erkrankungen drastisch zugenommen. Vergleicht man westliche Gesellschaften mit hohem Lebensstandard mit Gesellschaften niedrigeren Lebensstandards (Osteuropa, Entwicklungsländer) zeigen sich hinsichtlich des Auftretens von Allergien eindrucksvolle Unterschiede. In diesem Zusammenhang äußerst interessant ist auch die Tatsache, dass in der ehemaligen DDR deutlich weniger Allergien auftraten als in der ehemaligen BRD (zum Vergleich eine Studie: Heuschnupfen bei Schulkindern in München bei 8,6 % der Kinder, in Leipzig nur bei 2,4 %).
Mittlerweile haben sich die neuen Bundesländer an „Westniveau“ angeglichen. Alleine durch genetische Faktoren lässt sich dieser Unterschied daher nicht erklären. Nach heutigem Stand der Wissenschaft beruht das Auftreten allergischer Erkrankungen auf einer Interaktion zwischen genetischen Faktoren und verschiedenen Umweltprozessen, wobei besonders Letztere eine große Rolle spielen.
Was bedeutet Allergie?
Der Begriff „Allergie“ wird heute oft unkritisch und auch falsch benutzt! Allergie im eigentlichen Sinn bedeutet eine „verstärkte, spezifische Abwehrreaktion gegenüber an sich harmlosen Substanzen im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit“. „Allergologie“ ist die Wissenschaft von der Erkennung und Behandlung allergischer Erkrankungen.
Welche Beschwerden hat ein Allergiker?
Nahezu alle Organe des menschlichen Körpers können betroffen sein. Häufig befallen sind jedoch Haut und Schleimhäute, also Grenzflächen des Individuums zur Umwelt. Aber auch ganz allgemeine Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit und Erschöpfung „ermüden“ einen Allergiker. Im Einzelnen können folgende Symptome auftreten
Die Haut reagiert mit Rötung, Schuppung, Quaddelbildung und Juckreiz (Urtikaria). Die Nase läuft und ist wegen geschwollener Schleimhäute oft verstopft. Auch Niesen und Juckreiz gehört dazu (allergische Rhinitis).
Die Augen sind gerötet, tränen und sind lichtempfindlich. Eine Bindehautentzündung oder ein geschwollenes Augenlid sind ebenfalls typisch. Im Hals und Rachen treten Entzündungen auf, die Schleimhaut ist geschwollen und führt zu Heiserkeit (Link zu…..).
An der Lunge verengen sich die Bronchien. Dies führt zu Luftnot und Hustenreiz.
Im Magen-Darm-Bereich kommt es zu einer Schwellung der Schleimhäute, was sich durch Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar macht
Beim gefürchteten „allergischen“ („anaphylaktischen“) Schock reagiert der gesamte Organismus mit Herzrasen, Schwindel, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit. Dieser kann lebensbedrohlich sein!
Was passiert im Körper eines Allergikers?
Das Immunsystem hat die Aufgabe, für den Körper fremde und möglicherweise gefährliche Stoffe („Fremdstoffe“ oder „Antigene“) zu erkennen und zu entfernen. Kommt es zu einem Kontakt mit einem Antigen, wird dieses von sogenannten „antigenpräsentierenden Zellen“ aufgenommen und den Lymphozyten „angeboten“.
Die Lymphozyten haben die Aufgabe, Fremdstoffe zu erkennen und abzuwehren. Hierzu haben sie verschiedene Möglichkeiten: Sie können als sogenannte „B-Lymphozyten“ spezifische Antikörper produzieren (Immunglobuline), welche gegen ein bestimmtes Antigen gerichtet sind.
Dies wird als „Prägung“ bezeichnet. Als sogenannte „T-Lymphozyten“ können sie direkt mit dem Antigen reagieren.
Zum Verstehen der Allergie ist es wichtig zu wissen, dass die Immunglobuline (Ig) in 5 verschiedene Klassen unterteilt werden (G, M, A, D, E). Die T-Lymphozyten wiederum werden ebenfalls in Untergruppen mit unterschiedlichen Funktionen eingeteilt (T-Helfer- und T-Supressor- sowie zytotoxische und regulatorische Zellen).
Jede dieser Untergruppen wird nach den jeweils gebildeten Botenstoffen noch weiter unterteilt. Durch die Interaktion der einzelnen Gruppen untereinander und mit den Immunglobulinen wird das ganze System noch komplexer.
Bei der Allergie lässt sich ein Ungleichgewicht zwischen den T-Helferzellen nachweisen. Die Folge ist, dass vermehrt Immunglobuline der Klasse E (IgE) gebildet und dadurch weitere Entzündungszellen angelockt werden. Die IgE-Antikörper binden auch an die sogenannten „Mastzellen“. Diese befinden sich in den Schleimhäuten des Körpers, wie z. B. der Nase, der Lunge oder den Augen. Bei einem Kontakt mit dem entsprechenden Antigen werden nun hochaktive Botenstoffe freigesetzt (z. B. Histamin).
Es sind letztendlich die Botenstoffe, die zu den bekannten allergischen Reaktionen wie fließende Nase, Juckreiz, tränende Augen, Gefäßerweiterungen mit Ödem und Verengung der Bronchien (Atemnot), u.s.w. führen
Sensibilisierung
Beim ersten Kontakt mit einem Allergen zeigt sich noch keine Reaktion. Das Immunsystem speichert lediglich die Informationen in seinem „immunologischen Gedächtnis“. Dieser Vorgang wird als „Sensibilisierung“ bezeichnet. Erst bei einem zweiten Kontakt reagiert der Körper innerhalb kürzester Zeit (nach 5 – 30 Minuten) mit einer sogenannten „Frühreaktion“ und den bekannten Symptomen wie Juckreiz etc. Nach 4 – 6 Stunden setzt dann die sogenannte „Spätreaktion“ ein. Hierbei werden weitere Zellen aus dem Immunsystem aktiviert, welche die Allergie aufrechterhalten.
Kreuzallergien
Manche Allergene sind in ihrem Aufbau anderen Allergenen sehr ähnlich. Reagiert der Körper auf eines dieser Allergene, welches als „Leitallergen“ bezeichnet wird, führt auch der Kontakt mit dem ähnlichen andereren Allergen zu einer allergischen Überreaktion. Ein bekanntes Beispiel hierfür wären Birkenpollen und Apfel sowie Beifuß-Pollen und Sellerie.
Allergien bei Kindern
Die Veranlagung zu allergischen Erkrankungen ist vererbbar: Ist ein Elternteil allergisch belastet, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind Träger dieser Erbanlage ist, 25 %.
Sind beide Elternteile Allergiker, beträgt das Risiko für das Kind schon 50 %. Ist ein Geschwister allergisch, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Kind, ebenfalls allergisch zu sein, bei 25 – 30 %.
Aber auch wenn keiner in der Familie eine Allergie aufweist, beläuft sich das Risiko für ein Kind, Allergiker zu sein, trotzdem auf 5 – 15 %. Mehr als ein Viertel aller Kinder sind heutzutage von einer Allergie betroffen!
Der erste Kontakt des Neugeborenen mit potentiellen Allergenen erfolgt über den Magen-Darm-Trakt und über die Haut. Wichtige Allergene im Säuglingsalter sind Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss, Obst und Fisch. Kinder aus belasteten Familien sollten daher in den ersten 6 Monaten keine Kuhmilch oder Fruchtsäfte sowie keine Beikost erhalten.
Als wirksamster Schutz vor Allergien wird das Stillen über 4 – 6 Monate empfohlen. Sollte Stillen nicht möglich sein, kann auf sogenannte „Hypoallergene Säuglingsmilch“ zurückgegriffen werden.
Im Laufe der Zeit kann sich aus einer frühen Nahrungsmittel-Allergie eine Inhalationsallergie entwickeln. Das heißt, das Kind reagiert jetzt auf Allergene, die über die Atemluft eingeatmet werden, allergisch.
Ca. 6 % der Neugeborenen entwickeln eine Allergie auf Hühnereiweiß. Von diesen Kindern reagieren im Alter von 3 Jahren 46 % allergisch auf Hausstaubmilben und mit 5 Jahren leiden 40 % von ihnen an Asthma! Dieser Verlauf wird häufig auch als „Allergie-Karriere“ bezeichnet.
Entscheidend ist demzufolge eine frühzeitige Diagnose. Liegt ein familiäres Risiko vor, sollten Sie so früh wie möglich zu einem erfahrenen Allergologen gehen und sich individuell beraten lassen.
Heuschnupfen (saisonal)
Der Begriff Heuschnupfen bezeichnet im Volksmund eine allergische Erkrankung der Nase. Der Arzt verwendet dafür den Begriff Allergische Rhinitis. Dieser umfasst drei Untergruppen:
- saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen, Pollinosis), die nur während der Frühlings-, Sommer- und (nach Region) Herbstmonate vorkommt,
- die ganzjährige (pereniale) allergische Rhinitis (Hausstauballergie) und die
- berufsbedingte allergische Rhinitis.
Symptome
Die Entzündung der Nase, die der allgemeine Sprachgebrauch mit Heuschnupfen bezeichnet, hat nichts mit Heu zu tun, wie der Name nahe legen würde, sondern wird vom Staub von Blüten, den sog. Pollen hervorgerufen. Die allergische Rhinitis und vor allem die pollenbedingte Rhinitis ist durch Niesen, Juckreiz (Pruritus), Sekretion (fließende Nase) und Obstruktion (verstopfte Nase) sowie Begleitkonjunktivitis (Bindehautentzündung) gekennzeichnet. Es kann aber auch zu asthmatischen Beschwerden oder Hautreaktionen kommen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Überempfindlichkeit der Nase gegenüber unspezifischen Reizen, wie kalte Luft, Tabakrauch, Düfte, sportliche Aktivität etc. Diese Überempfindlichkeit löst ebenso wie der Allergen-Kontakt Symptome aus.
Folgen
Die Beeinträchtigung der Lebensqualität Betroffener reicht von Schlafstörungen mit begleitender Tagesmüdigkeit bis hin zur Herabsetzung der Lernfähigkeit, insbesondere bei Kindern. Doch der Heuschnupfen ist nicht nur eine lästige Begleiterscheinung. Wenn er nicht behandelt wird, und über Jahre andauert, sind Folgeerkrankungen möglich, die auch gefährlich werden können:
- Der Schnupfen kann sich zu einem ganzjährigen Dauerschnupfen verwandeln. Auch seine Symptome können immer stärker werden.
- Die ständig gereizte bzw. entzündete Nasenschleimhaut ist für Infektionen besonders anfällig. Chronische Kopfschmerzen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und eine allgemeine Schwächung der Immunabwehr können die Folge sein.
- Es kann zu einem sog. Etagenwechsel kommen: Ein allergischer Schnupfen kann sich auf die unteren Atemwege ausbreiten und dort zum Asthma führen.
Hausstaub
Hausstaubmilben (penerial)
Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere mit acht gegliederten Beinen. Sie sind nur ca. 0,3 Millimeter groß und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Durch das Mikroskop betrachtet sehen die winzigen Tierchen alles andere als vertrauenserweckend aus. Sie selbst sind allerdings harmlos, sie können weder stechen noch beißen und übertragen auch keine Krankheiten. Die ideale Nahrungsquelle der Milben sind die Hautschuppen der Menschen, von denen wir jede Nacht rund 2 Gramm im Bett zurücklassen. Das reicht für die Ernährung für einen Tag von rund 1,5 Millionen Milben. Da sie das feuchte, warme Klima bevorzugen, finden sie in den menschlichen Betten den idealen Lebensraum. Man trifft sie aber auch in Teppichen, Vorhängen und Polstermöbeln.
Entgegen der weit verbreiteten Ansicht sind es allerdings nicht die Milben selbst, auf die der Allergiker reagiert, auch der Hausstaub ist nicht allein für die Reaktion verantwortlich. Das Problem sind die winzigen, eiweißhaltigen Kotballen unserer Bettgenossen. Diese zerfallen an der Luft und verbinden sich mit dem Hausstaub zu einem stark wirksamen Allergen. Die Hausstaubmilbe stellt heutzutage den zweithäufigsten Allergieauslöser (ca 25 % aller Allergien) dar.
Symptome
Gelangen Teilchen der Kotballen in die Atemwege, lösen sie dort heftige Reaktionen aus: Tränende Augen, Husten, Jucken oder Niesanfälle. In schlimmeren Fällen kommt es zu Atemnot oder sogar Bronchialasthma. Während man bei einer Pollen-Allergie nur zu gewissen Jahreszeiten mit dem Allergen konfrontiert wird, leidet der Hausstauballergiker ganzjährig unter seinen Niesattacken, denn dem Milbenkot sind wir konstant das ganze Jahr lang gleichmäßig ausgesetzt (Ganzjahresallergie). Da die Spinnentiere in jeder auch noch so gut geputzten Wohnung vorkommen, ist es nicht einfach sich zu schützen. Es können jedoch einige Vorsichtmaßnahmen getroffen werden:
Wie kann man sich schützen?
- Waschen Sie die Bettwäsche mindestens bei 60 Grad Celsius. Dadurch werden die Hausstaubmilben abgetötet. Für temperaturempfindliche Textilien gibt es Waschlösungen, die auch bei geringeren Temperaturen wirksam sind.
- Matratzen und Polstermöbel können auch direkt mit Pestiziden eingesprüht werden. Neben synthetischen Pestiziden gibt es auch pflanzliche Sprays mit Niembaumsamen-Extrakt.
- Lüften sie regelmäßig und intensiv (2x täglich 10 Minuten Stoßlüften).
- 1 x wöchentlich Matratze lüften und wenn möglich "sonnen".
- Ein milbendichter Matratzenbezug entzieht der Milbe die Nahrungsgrundlage Hautschuppen, so wird die Milbe ausgehungert.
- Schlafzimmer sanieren bzw. milbenunfreundlich gestalten, Staubfänger wie Stores, Bettvorleger, schwere Vorhänge, offene Regale und Plüschtiere entfernen.
- Luftbefeuchter und Pflanzen aus dem Schlafzimmer entfernen.
- Plüschtiere z.B. in der Tiefkühltruhe über Nacht einfrieren – so werden Milben abgetötet.
- Schaffen Sie sich keine Haustiere an.
- Staubwischen und Staubsaugen anderen Personen überlassen.
- Verzichten Sie auf das Rauchen, das schädigt die Schleimhaut zusätzlich.
Bin ich allergisch gegen Hausstaubmilben?
Wer glaubt, an einer Hausstauballergie zu leiden, sollte Art und Zeitpunkt seiner Anfälle beobachten. Typische Zeichen sind Niesattacken, Dauerschnupfen mit laufender Nase sowie angeschwollene Schleimhäute. Auch eine Bindehautentzündung mit juckenden und tränenden Augen hängen mit dieser Allergieform zusammen. Nachts, morgens nach dem Aufwachen oder beim Bettenmachen sind die heuschnupfenähnlichen Anfälle besonders stark. Allergologen erkennen diese Überreaktion des Immunsystems durch Hauttests (z.B. Pricktest) oder den Nachweis entsprechender Antikörper im Blut. Eine Abklärung durch den Spezialisten ist also dringend notwendig.
Schimmelpilze
Schimmelpilze (perenial)
Schimmel bzw. Schimmelpilze kommen überall in unserer Umgebung vor und sind normalerweise harmlos. Nur wenn eine bestimmt Konzentration überschritten wird, kann es zu teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen kommen. Eindeutige Zusammenhänge zwischen Schimmelpilzbelastungen und Atemwegserkrankungen bzw. Allergien wurden in einer Vielzahl von Studien bestätigt. In Deutschland sind ca. 30 % der Allergiker von einer Schimmelpilzallergie betroffen.
Schimmel liebt Feuchtigkeit
Schimmelpilze finden sich als faseriger, flockiger oder staubiger, weißlicher, grauer, bläulich-grüner, gelblicher, rötlicher, bräunlicher oder schwärzlicher Belag auf verschiedenen Substraten. Besonders augenfällig ist ihr Vorkommen auf verdorbenen Lebensmitteln (z. B. Brot, Früchte), feuchtem Holz oder Wänden. Die Feuchtigkeit der befallenen Substanz bzw. der Raumluft ist für die Bildung und Ausbreitung eines Schimmelpilzbefalls oft eine Voraussetzung. Die Luft in Innenräumen ist meist wärmer und nimmt deshalb mehr Wasser als die kalte Außenluft auf. Wird diese Luft nicht ausreichend und in geeigneter Weise abgeführt, so kann sie an verschiedenen Stellen im Haus kondensieren. Das bildet einen idealen Nährboden für die Schimmelpilze.
Allergisch gegen Schimmel?
Eine Schimmelpilzallergie ist eine Überempfindlichkeit auf die Sporen von Schimmelpilzen, die beim Kontakt mit der menschlichen Schleimhaut die gefürchteten Symptome auslösen können. Jeder, der Schimmelpilze einatmet, kann darauf sensibel reagieren. Je häufiger der Kontakt besteht, desto intensiver kann die Reaktion ausfallen. Die Schimmelpilzallergie äußert sich meist als Atemwegsallergie. Typische Anzeichen sind Husten und Niesreiz, Schnupfen oder verstopfte Nase, verschleimte Atemwege, akute Atemnot. Es können aber auch die Augen (gerötete, juckende bis tränende Augen) oder die Haut (Juckreiz und Hautekzeme) betroffen sein. Auch unspezifische Beschwerden können auf eine Schimmelpilzallergie zurückzuführen sein: Muskelschmerzen, chronische Sinusprobleme, Depressionen, Schwindel, Kopfschmerzen, andauernde Magendarmbeschwerden, Schwellen der Gelenke, selbst Wutausbrüche und Hyperaktivität können schimmelpilzbedingt sein.
Tipps zur Vermeidung der Sporen
- Lüften Sie Haus und Wohnung so oft wie möglich.
- Entfernen Sie alle Luftbefeuchter an Heizkörpern.
- Achten Sie auf Stockflecken hinter Schränken, Kacheln, Holzverkleidungen, u.s.w.
- Verhindern bzw. beheben Sie nach Möglichkeit Wasserschäden, schlechte Drainage und Kondenswasserbildung in Ihrem Haus.
- Entfernen Sie möglichst alle Zimmerpflanzen (besonders in Hydrokultur).
- Lassen Sie keine Küchenabfälle liegen.
- Lagern Sie Obst und Gemüse nur im Kühlschrank. Reinigen Sie Ihren Kühlschrank häufig.
- Unterlassen Sie Gartenarbeiten, da sie hierbei mit abgeschnittenen Pflanzenteilen oder Kompost in Berührung kommen. Unterlassen Sie vor allem auch Rasenmähen, da hierbei Schimmelpilz-Sporen in großer Zahl aufgewirbelt werden.
Kreuzallergie
Die Mediziner sprechen von einer Kreuzallergie, wenn ein Patient nicht nur auf ein bestimmtes Allergen (Pollen) reagiert, sondern auch auf ähnliche Allergene z.B. in Nahrungsmitteln. Das Immunsystem kann in diesen Fällen nicht zwischen den Eiweißstrukturen des eigentlichen Allergens und denen der Nahrungsmittel unterscheiden. Eine der bekanntesten Kreuzallergien ist die zwischen Birkenpollen und Apfel. Es kann also vorkommen, dass ein Patient zwar gegen Birkenpollen allergisch ist, sein Immunsystem aber auch bei dem Genuss eines Apfels allergisch reagiert. Aufgrund der Ähnlichkeiten der Strukturen der Birkenpollen und der Eiweißstoffe des Apfels „verwechselt“ das Immunsystem des Birkenpollen-Allergikers das Allergen und reagiert auch auf den Apfel mit den typischen Symptomen. Nahrungsmittelallergien treten häufig als sogenannte Kreuzallergien auf. Die häufigsten Auslöser einer echten Nahrungsmittelallergie sind Kuhmilch, Nüsse, Erdnüsse, Eiweiß und Obst.
Symptome
Zu den häufigsten Symptomen gehören Kribbeln und Juckreiz im Mund und an den Lippen, teilweise auch Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute. Auch können nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen oder Kreislaufbeschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten.
Ursachen
Der Grund für diese Kreuzallergien ist die weit verzweigte Verwandtschaft der Pflanzen untereinander. Sie bestehen aus komplizierten Protein-Molekülen, deren Teilbereiche aufgrund der Verwandtschaft einander sehr ähneln oder gar identisch sein können. Wenn das Immunsystem eines Allergikers nun Antikörper gegen einen solchen Proteinabschnitt bildet, der auch in anderen pflanzlichen oder tierischen Proteinen vorkommt, kann es zu einer Kreuzallergie kommen.
Bekannte Kreuzallergien
Welche Nahrungsmittel man nicht verträgt, hängt davon ab, auf welche Pollenarten man allergisch ist. Hier einige Beispiele:
| Primäre Allergie | Mögliche Kreuzallergie |
|---|---|
| Birke | Pollen: Hasel, Erle, Eiche, Buche, Esche, Sellerie Nahrungsmittel: Mandeln, Karotten, Nüsse Frischobst: Äpfel, Birnen, Pfirsich, Aprikosen, Brombeere, Erdbeere, Himbeere |
| Getreidepollen | Pollen: Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen Gräserpollen: Weidelgras Nahrungsmittel: Getreidemehl |
Wer ist betroffen?
Jeder Pollen- und Hausstauballergiker sollte an Kreuzreaktionen denken, wenn er Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel feststellt. Er sollte sich seine Allergene genau bestimmen lassen und dabei auch mögliche Kreuzallergene berücksichtigen. Ist seine Kreuzallergie mit bestimmten Nahrungsmitteln bekannt, sollte er diese strikt meiden. Vor allem bei einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher (Birke, Erle, Hasel) treten Nahrungsmittelallergien häufig auf. Für über 50 Prozent der Birkenpollenallergiker gilt: Wer auf Birke, Erle und Hasel reagiert, verträgt hauptsächlich Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse, nämlich Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche und Mandel nicht.
Nahrungsmittelallergie
Nahrungsmittelallergien sind Abwehrreaktionen des menschlichen Immunsystems gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelbestandteile. Das Immunsystem eines Nahrungsmittelallergikers erkennt bestimmte Nahrungsbestandteile, die für andere Menschen völlig harmlos sind, als fremd und gefährlich und setzt einen Abwehrprozess in Gang. Im Blut ist dieser Abwehrprozess an der Freisetzung des Botenstoffs Histamin und am Vorhandensein von Antikörpern des Typs IgE nachzuweisen. Von der Nahrungsmittelallergie muss man die Nahrungsmittelunverträglichkeit (Pseudoallergie) abgrenzen. Im letzten Fall wird der Botenstoff Histamin nicht durch eine Immunreaktion freigesetzt, sondern durch eine direkte Interaktion mit dem Lebensmittel. In Deutschland sind ca. 5-7% der Bevölkerung von einer Nahrungsmittelallergie betroffen.
Symptome
Die meisten Symptome betreffen den Bereich Haut, Atemwege und Magen-Darm-Trakt:
- Haut: Nesselfieber, Ausschlag, Juckreiz oder Rötung
- Nase: Niesreiz, behinderte Nasenatmung, Sekretion, allergische Rhinitis
- Augen: Ödeme, allergische Bindehautentzündung (allergische Konjunktivitis), Augenrötung, Lidschwellung, Jucken
- Mund: Juckende, entzündete Mundschleimhaut, geschwollene Zunge und Gaumen, Lippenschwellung, Gaumenschwellung bis zur Atemnot
- Magen-Darm: Magenbeschwerden, Erbrechen, Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfälle
- Bronchien/Lunge: Husten, Atemnot, Asthma
- Kreislauf: anaphylaktischer Schock (selten), Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Kopfschmerz
Ursachen
Nahrungsmittelallergien im Jugend- und Erwachsenenalter sind sehr häufig keine ursächlichen Nahrungsmittelallergien, sondern Kreuzallergien, die ursprünglich gegen zum Beispiel ein Inhalationsallergen (Pollen) gerichtet sind. Auch der wiederholte Verzehr bestimmter Lebensmittel oder deren Inhaltsstoffe, können beim Nahrungsmittelallergiker zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion als grundlegendem immunologischem Mechanismus der Allergie geführt haben. Die genaue Ursache dafür ist unbekannt. Fast alle Patienten zeigten vorher andere allergische Beschwerden wie Heuschnupfen, Asthma, allergisch bedingte Hautentzündungen.
Welches sind die häufigsten Nahrungsmittelallergien?
Besonders häufig sind:
- Kuhmilch-Allergie
- Hühnerei-Allergie
- Allergien gegen Obst, Nüsse und Gemüse
- Gewürzallergien
- Allergie gegen Fische und Schalentiere
Was ist zu tun?
Bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und dem Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte zunächst einmal der Hausarzt gefragt werden, damit andere Erkrankungen des Bereichs ausgeschlossen werden können. Konnten andere Ursachen ausgeschlossen werden, sollte ein erfahrener Allergologe zu Rate gezogen werden, der durch verschiedene Tests (siehe Diagnostik) ein bestimmtes Nahrungsmittelallergen spezifizieren kann. Wertvolle Hinweise kann auch ein Ernährungstagebuch liefern.
Pseudoallergie
Es ist nicht einfach, die „echten Allergien“ von den Pseudoallergien zu unterscheiden. Die Symptome gleichen zwar sehr denen von allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen. Auch sind bei beiden die gleichen Botenstoffe an der Reaktion beteiligt (z. B. Histamin). Der Unterschied liegt allein in dem Mechanismus, der zur Freisetzung der Botenstoffe führt. Bei der "echten Allergie" erfolgt die Freisetzung der Botenstoffe durch das Immunsystem. Sie wird durch eine spezifische Antigen-Antikörper-Reaktion an der Membran der Mastzellen des Immunsystems ausgelöst. Pseudoallergien werden nicht durch spezifische Antikörper oder sensibilisierte Zellen ausgelöst, sie sind also keine immunologischen Erkrankungen. Die Pseudoallergie ist eine direkte Reaktion auf bestimmte in Lebensmitteln enthaltene Stoffe. Sie ist abhängig von einer bestimmten Dosis. Die Ursache kann auch ein Enzym-Mangel oder eine Enzym-Hemmung wie im Falle der Histamin-Intoleranz sein. Insbesondere sind jedoch Patienten mit Asthma, Nesselsucht oder einer chronischen Nasenschleimhautentzündung gefährdet eine Pseudoallergie zu entwickeln.
Symptome
Pseudoallergien verursachen ähnliche Symptome, wie Allergien, z.B.:
- Schwellung, Rötung und Juckreiz an den Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum
- Rhinitis
- Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (gastrointestinale Symptome)
- Urtikaria
- Angioödem
- Kreislaufreaktionen
Nahrungsmittelallergie oder Pseudoallergie?
Die Tatsache, dass Pseudoallergien nicht aufgrund von immunologischen Prozessen entstehen, darf nicht zur Annahme verleiten, die Pseudoallergie sei keine „echte“ Krankheit, sondern nur „eingebildet“. Der Pseudoallergiker leidet genauso schlimm an seinen Beschwerden, wie der Nahrungsmittelallergiker. Auch wenn seine Überempfindlichkeit nicht vom Immunsystem abhängt. Die wichtigsten Unterschiede:
- der Spiegel des Antikörpers IgE im Blut ist nicht erhöht,
- die Symptome traten bereits beim ersten Kontakt mit der körperfremden Substanz auf, nicht erst nach der Sensibilisierung
- weil die Reaktion nicht über den Antigen-Antikörper-Mechanismus ausgelöst wird, sind das Auftreten und das Ausmaß der Beschwerden stark von der Konzentration des jeweiligen Auslösers abhängig: Es kann sein, dass geringe Mengen der Substanz vertragen werden und erst bei Überschreiten eines Grenzwertes die Reaktion auftritt.
Auslösende Substanzen
Stoffe, die eine pseudoallergische Nahrungsmittelunverträglichkeit verursachen können, sind beispielsweise:
- freies Histamin in bestimmten Nahrungsmitteln (z. B. Thunfisch, geräucherte Makrele, Sardellen). Bei der Verdauung gelangt das Histamin durch die Darmschleimhaut in den Körper und wirkt dort so, als wäre es in Folge einer Antigen- Antikörper- Reaktion von den Mastzellen ausgeschüttet worden.
- verschiedene Lebensmittel-Zusatzstoffe, Farbstoffe (Tatrazin und Azorubin), Konservierungsstoffe (Benzoesäure und Sorbinsäure), Antioxidanzien (z.B. Gallate) sowie Geschmacksverstärker (z.B. Glutamate) und künstliche Süßstoffe (z.B. Aspartam)
- biogene Amine, Abbauprodukte der Nahrungseiweiße. Solche Stoffe finden sich in mikrobiell hergestellten Lebensmitteln wie Hefeextrakt. Aber auch Schokolade, Avocados und Tomaten enthalten biogene Amine.
- Salicylate. Die gärungs- und fäulnishemmende organische Salicylsäure kommt in verschiedenen Früchten und bestimmten Gemüsesorten vor (vor allem in Beerenfrüchten, Orangen, Aprikosen, Ananas, Weintrauben, Oliven, Gurken), aber auch in Wein und vielen Gewürzen. Bei Medikamenten werden Abkömmlinge der Salicylate verwendet (beispielsweise in Acetylsalicylsäure oder in Antirheumamitteln).
- natürliche Aromastoffe (z.B. in Tomaten).
Aspirin (ASS) Intoleranz
Aspirin (Acetylsalicylsäure )wurde erstmalig 1899 zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Erkältungskrankheiten eingeführt. Schon drei Jahre nach Einführung beschrieb Hirschberg anaphylaktoide Reaktionen nach Einnahme von Aspirin. Im Jahre 1922 wurde berichtetet, dass Acetylsalicylsäure-(ASS-) unverträglichkeit, nasale Polypen und Asthma bronchiale häufig gemeinsam auftreten. Diese klinische Entität wurde später mit dem Begriff “Aspirin-Trias” belegt.
Symptome
Am Anfang dieser Erkrankung steht, wie eine Studie mit 500 Patienten mit AIS ergab, als ein typisches Frühsymptom der Erkrankung eine Rhinosinusitis, ausgelöst durch einen viralen Infekt. Die Patienten berichteten häufig über einen gemeinsamen Beschwerdenkomplex von Beginn der Erkrankung an: Obstruktion (verstopfte Nase), vermehrtes dünnflüssiges Nasensekret (Rhinorrhoe), Verlust des Geruchssinns (Hyposmie). Häufig sind diese Patienten schon mehrmals an den Nasenpolypen operiert worden (Polyposis nasi). Im weiteren Verlauf, meist nach ca. 2 Jahren, kam ein nicht allergisches Asthma bronchiale mit zum Teil schwerer Atemnot hinzu.
Was ist zu tun?
Wenn Sie sich in diesem Beschwerdebild wieder erkennen, wenn Sie schon mehrere operative Nasennebenhöhleneingriffe überstanden haben, die Nasenpolypen aber immer wiederkehren, wenn Sie außerdem an Bronchialasthma und/oder einer Unverträglichkeit von Schmerzmedikamenten wie Aspirin leiden, dann könnten Sie eventuell eine Acetylsalicylsäure-(ASS-) unverträglichkeit haben. Gewissheit schafft hier eine eingehende Diagnose beim Spezialisten.